Was sind die Bewerbungskriterien?

Ziel des Stipendiums

Das Global Health Journalism Grant Programme hat zum Ziel, innovative Reportagen in deutschen Medien zum Thema Globale Gesundheit in Entwicklungsländern voranzubringen. Das Stipendium sollte das Bewusstsein über globale Gesundheitsthemen in der Gesellschaft erhöhen und Akteure und Entscheidungsträger in Regierung, Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Medizin sowie Entwicklungszusammenarbeit informieren und aktivieren.

Jedes Stipendium beträgt zwischen €5.000 und €20.000 - einschließlich möglicher Reisekosten und -spesen sowie technischer Ausgaben, je nach Ausrichtung des Projekts.

Wichtig: Dieses Programm richtet sich gleichermaßen an freiberufliche wie auch festangestellte Journalisten und Journalistinnen!

Die Ausschreibung ist beendet!
(Bewerbungen konnten bis zum 11. Juli 2018 (22:00 MEZ) eingereicht werden. )

Thema

Ein starkes, innovatives Thema ist der wichtigste Teil der Bewerbung. Eingereichte Bewerbungen müssen die globale Gesundheit behandeln. Das Thema Gesundheit und die Beschreibung der Gesundheitsversorgung in Entwicklungsländern sollte in den größeren Zusammenhang von Entwicklungszusammenarbeit, politischer Stabilität, Migration und internationalen Beziehungen gestellt werden.

Ein klarer Vorteil, aber keine zwingende Voraussetzung ist, in der Berichterstattung einen Zusammenhang mit Deutschland herzustellen. Als solcher könnte eine konkrete Verbindung zur globalen Gesundheitspolitik Deutschlands, zu einem Gesundheitsaspekt in in der deutschen Entwicklungszusammenarbeit, zu den gesundheitsbezogenen Aktivitäten von Regierungsorganisationen oder NROs vor Ort hergestellt werden.

Wir unterstützen nachdrücklich die Berichterstattung über medial unterrepräsentierte Gesundheitsthemen oder neue und überraschende Aspekte bekannter Themen.

Auswahlkriterien

Die Jury wird die Bewerbungen nach den folgenden Kriterien bewerten:

  • Redaktioneller Fokus und Qualität. Ist das Thema original, ausgewogen und fokussiert dargestellt? Wird über ein medial unterrepräsentiertes Thema oder einen neuen Aspekt berichtet? Handelt es sich um eine überzeugendes journalistisches Stück, das deutlich wahrgenommen werden wird?
  • Verbreitung und Wirkung. Wird die Geschichte (mit den Medien, die sie veröffentlichen) eine große Zahl von Menschen in den genannten Zielgruppen erreichen? Hat sie das Potenzial, das Bewusstsein für globale Gesundheit zu erhöhen? Wird sie das Engagement, die Denkweise oder sogar das Handeln der Zielgruppen verändern?

Publikum und Wirkung

Stipendiaten sollten gründlich recherchierte, ausführliche Geschichten produzieren, die zu einem verstärkten Bewusstsein und zu einer besseren Kenntnis des Themas in Deutschland führen. Alle Projekte müssen eine Berichterstattung zu globalen Gesundheitsthemen bieten, die über die Grenzen der tägliche Nachrichtenlage hinausgehen. Sie müssen mit Thema, Stil und Präsentation mindestens eine der folgenden Zielgruppen erreichen:

  • die Gesellschaft insgesamt;
  • Politische Entscheider, Wissenschaftler oder Wirtschaftsakteure im Bereich der globalen Gesundheit.

Die Geschichte sollte so erstellt sein, dass sie eine Wirkung auf die allgemeine Gesellschaft in Deutschland hat, auf ihre Entscheidungsträger, oder die politischen und wirtschaftlichen Akteure im Bereich globale Gesundheit. Die berichteten Themen sollten zu einem besseren Verständnis der Zusammenhänge zwischen öffentlicher Gesundheit und der politischen, sozialen und wirtschaftlichen Stabilität in Entwicklungsländern beitragen.

Länder

Die Projekte müssen aus einem oder mehreren Entwicklungsländern, idealerweise aus “Least Developed Countries (LDCs)” berichten. Ausgeschlossen von der Förderung sind folgende Länder: jene der ehemaligen Republik Jugoslawien, der ehemaligen Sowjetunion, China und Länder, die einem US Embargo unterliegen (Kuba, Iran, Nordkorea, Sudan, Syrien).

Format

Die Geschichte sollte idealerweise innovativ sein in Bezug auf das Thema, die Perspektive, den Ansatz und das Format. In diesem Sinne bestärken wir Investigativ- und Datenjournalismus, Datenvisualisierung, Video- und Multimediaproduktion und die Verwendung von Social Media in der Verbreitung.

Überzeugende traditionelle Reportage-Projekte sind jedoch ebenfalls förderungswürdig.

Wer wird gefördert?

Freiberufliche oder festangestellte, individuelle Journalist*innen, sowie kleine journalistische Teams (inklusive unterstützende Mitarbeiter*innen, z.B. aus den Bereichen Graphikdesign, Software Programmierung, Datenjournalismus, etc.) können sich für eine Förderung einer Reportage in dem Format bewerben, das sie für das beste für ihr Thema und die Zielgruppe halten.

Bewerber*innen sollten journalistische Erfahrung in der Berichterstattung der Themen Gesundheit, Wissenschaft, Wirtschaft oder Entwicklungsländer haben und müssen in relevanten* Medien in Deutschland publizieren. Wir begrüßen ausdrücklich die Veröffentlichung in mehreren Medien.

*für die Definition, siehe Medienpartner

Es gibt keine Einschränkungen bezüglich der Nationalität oder des Wohnsitzes der Bewerber, so lange das Projekt auf Deutsch produziert und in deutschen Medien veröffentlicht wird (deren Publikum vor allem in Deutschland lebt).

Medienpartner

Unter einem relevanten Medium verstehen wir eines mit einer nennenswerten Reichweite: ein Rundfunksender mit mindestens regionaler Bedeutung, ein Magazin oder eine Zeitung der Mainstream-Presse, ein spezialisiertes Printmedium mit Einfluss als Multiplikator, eine Website mit signifikanter Reichweite und Zielgruppe, ein elektronisches Format wie eine mobile App, oder der Beitrag zu einer existierenden App - mit nachzuweisendem Potenzial einer breiten Zielgruppe.

Die originale Reportage muss in der deutschen Sprache produziert werden und von einer oder mehreren Medien in Deutschland die mindestens eine der genannten Zielgruppen erreichen, veröffentlicht werden. Nach Möglichkeit sollte(n) ein oder mehrere “Letter(s) of Intent”, also erklärte Absichten zur Publikation durch Redakteure, der Bewerbung beigefügt werden. Dieser “Letter of Intent” kann jedoch auch später nachgereicht werden, sollte er nicht bis zum Bewerbungsschluss vorliegen. Weniger relevante Medien, oder solche außerhalb Deutschlands sind für zusätzliche Veröffentlichungen sehr willkommen.

Achtung: Die Deutsche Welle ist als primäres bzw. einziges Medium nicht zulässig, ein zweiter Medienpartner ist bei der Bewerbung nötig.

Was wir fördern

Journalist*innen können sich für ein Stipendium zwischen €5.000 - €20.000 bewerben. Bei Freiberufler*innen sollte die veranschlagte Summe das Honorar und die Kosten für die Projektumsetzung abdecken, einschließlich der Kosten für Reisen, Übersetzung, Miete für Ausrüstung, Versicherungen, Multimediaproduktion, etc. Die Honorare für freie Journalist*innen sollten dem üblichen Niveau entsprechen und einen angemessenen Anteil am Gesamtbudget darstellen. Bei fest angestellten Journalist*innen kann das Gehalt nicht abgerechnet werden, und Produktionskosten können nur berechnet werden, wenn das Medium die Produktion nicht ausführen kann. Stipendiaten müssen ein detailliertes Budget einreichen, welches vom EJC abgenommen werden muss.

Nach der Bestätigung des Budgets müssen Belege und Rechnungen nicht systematisch vorgelegt werden. Diese sollten aber gesammelt und für eventuelle Nachfragen während der gesamten Projektzeit bereitgehalten werden. Unsere erfahrene Jury wird Bewerbungen mit unrealistischen Budgets ablehnen - daher sollten Bewerber die Kostenaufstellung gründlich recherchieren.

Stipendien beinhalten sämtliche und jede Art von Steuern, für deren Entrichtung die Stipendiaten bzw. die Redaktionen die Haftung übernehmen. Auch für ihre Steuererklärungen sind einzig die Stipendiaten verantwortlich.

Wir ermutigen die freiberuflichen Journalisten Honorare von den Medien einzufordern, in denen sie ihre Projekte publizieren, welche sie uneingeschränkt behalten.

Copyright und Verbreitung

Sobald die Original-Reportage veröffentlicht worden ist, werden alle Projekte, die mit den Stipendium gefördert worden sind, über diese Website weiter verbreitet.

Die Projekte sollten unter einer universellen “Open Access Policy” veröffentlicht werden. Das bedeutet, sie können nicht auf kostenpflichtigen Online-Seiten veröffentlicht werden und müssen für eine globale Internet-Zielgruppe frei zugänglich sein. Die Publikation unter einer “Creative Commons License” wird befürwortet mit dem Ziel eines globalen und freien Zugangs. Open Data: Alle generierten Daten sollten im Idealfall zur Verwendung für andere Reportagen und Recherchen zur Verfügung stehen.

Beispiele für Reportagen zu globaler Gesundheit, die von European Journalism Centre in einem ähnlichen Global Health Journalism Grant Programme for Germany gefördert worden sind, finden Sie auf unserer Website.

Checkliste: Kann ich mich bewerben?

  • Bin ich ein erfahrener Journalist/eine erfahrene Journalistin?
  • Habe ich Kontakte zu relevanten Medien in Deutschland?
  • Werde ich auf Deutsch für ein deutsches Publikum produzieren?
  • Ist mein Thema auf globale Gesundheit fokussiert?
  • Wird meine Geschichte mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Wirkung
    erzielen?
  • Berichte ich aus/über ein Entwicklungsland bzw., noch besser, ein LDC?
  • Werde ich mit meinem Bericht und dem Medium mindestens eine der genannten Zielgruppen erreichen?